Stellungnahme der „Ganzen Bäckerei“ zur Hausdurchsuchung am 22.Juli

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Vielleicht habt ihr schon erfahren, dass das selbstverwaltete Zentrum für Politik und Kultur „Die ganze Bäckerei“ frühmorgens am 22.Juli von der politischen Polizei durchsucht wurde. Zeitgleich fanden Hausdurchsuchungen in mehreren Privatwohnungen statt. Wir, die in der „Ganzen Bäckerei“ aktiven Menschen, weisen das Vorgehen von Polizei und Staatsanwaltschaft als ungerechtfertigt zurück! Darüber hinaus verwehren wir uns dagegen, wie in der Augsburger Allgemeinen vom 31.Juli versucht wird, ein selbstverwaltetes Politik- und Kulturzentrum in ein kriminelles Licht zu rücken!

Was ist die „Ganze Bäckerei“?
„Die ganze Bäckerei“ ist ein selbstverwaltetes Politik- und Kulturzentrum, das sich seit seiner Eröffnung Ende 2003 fest in Augsburg etabliert hat. Im Laufe der Jahre haben eine Vielzahl politischer und kultureller Initiativen dort Treffen abgehalten und Veranstaltungen organisiert – von Initiativen; die sich für bessere Lebensbedingungen für Flüchtlinge einsetzen über vegane Kochgruppen und die OrganisatorInnen des antirassistischen Fußballturniers Copa Augusta bis hin zum Kapital-Lesekreis. In der letzten Zeit standen auch einige Veranstaltungen zur Geschichte des Anarchismus auf dem Programm.

Was hat die „Ganze Bäckerei“ mit brennenden Mülltonnen zu tun?
Der von der Staatsanwaltschaft Augsburg unterzeichnete Durchsuchungsbeschluss für die „Ganze Bäckerei“ lautet auf schwere Brandstiftung und bezieht sich auf 29 abgebrannte Mülltonnen im Stadtgebiet im laufenden Kalenderjahr. Behauptet wird, die Gruppe, welche die Veranstaltungen zur Geschichte des Anarchismus in der „Ganzen Bäckerei“ organisiert hatte, sei identisch mit den BrandstifterInnen.
Davon abgesehen, dass die im Durchsuchungsbeschluss genannten Belege für die behauptete Identität von anarchistischer Gruppe und BrandstifterInnen reichlich dürftig sind, wird das Eis, auf dem sich Staatsanwaltschaft und Polizei bewegen noch dünner, wenn es um die „Ganze Bäckerei“ geht: Wenn eine Gruppe in einem linken Politik- und Kulturzentrum Veranstaltungen zur Geschichte des Anarchismus macht, rechtfertigt das noch lange nicht die Durchsuchung dieser Räume! Suggeriert wird, dass wo Lesungen, Volxküche und politische Seminare stattfinden, auch Utensilien zur Herstellung von Brandsätzen zu finden wären. Zumindest war im Durchsuchungsbeschluss angegeben, dass die ErmittlerInnen genau solche zu finden hofften. Erstaunlicherweise wurden dann jedoch nicht derartige Utensilien mitgenommen, sondern u.a. zwei Computer und ein Kapuzenpullover. Darüber hinaus wurde in der „Ganzen Bäckerei“ jeder Zentimeter und jedes Flugblatt fotografiert. Inwiefern dies zur Aufklärung der Tatvorwürfe beitragen soll, ist vollkommen unersichtlich.

Klar ersichtlich sind dagegen die Folgen. Derartige polizeiliche Aktionen senden ein Signal an politisch aktive Menschen: Wer kritische Veranstaltungen, z.B. zur Geschichte des Anarchismus, organisiert, muss schon mal damit rechnen, dass er oder sie der schweren Brandstiftung bezichtigt wird. Und statt kritisch zu fragen, was Songwriterabende und Veranstaltungen zur Geschichte des Anarchismus mit brennenden Mülltonnen zu tun haben, beteiligt sich die Augsburger Allgemeine eifrig daran, ein linkes Kulturzentrum in ein schlechtes Licht zu rücken, in dem sie nebulös von einem „linken Szenetreff“ und „linksextremistischen Aktivisten“ spricht. Würde der und die LeserIn erfahren, dass in der „Ganzen Bäckerei“ so „gemeingefährliche“ Veranstaltungen wie vegane Volxküche und Lesungen stattfinden, könnte der Zusammenhang zu brennenden Mülltonnen doch etwas konstruiert wirken und die Polizeimaßnahmen gar zweifelhaft erscheinen.

Repression gegen die “Ganze Bäckerei”

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Am Donnerstag, 22.07. in den frühen Morgenstunden durchsuchten BeamtInnen des Augsburg Staatschutzes die Räume der “Ganzen Bäckerel”. Es wurden diverse Gegenstände beschlagnahmt. Aus diesem Anlass laden wir alle FreundInnen und NutzerInnen des selbstverwalteten Kulturladens am Sonntag, 25.07. um 16 Uhr zu einem Treffen ein. Dort wollen wir u.a. besprechen wie wir mit dieser Repression umgehen wollen.

Sommerpause und Unplugged Konzert

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Wie jedes Jahr im August geht die Bäckerei in Sommerpause: Im August gibt es also kein Music & Drinks und auch keine Vokü am Donnerstag. Am Fr., 06.08. geben sich noch EL CASSETTE und RAE SPOON bei einem kleinen Unpluggedkonzert die Ehre. Wer bei der sommerlichen Pimp your bakery Aktion helfen will, kann dies am Sa., 21.08. ab 10.30 Uhr tun. Das nächste Plenum nach der Sommerpause ist am Do., 02.09 um 18.30.

Lasst euch nicht stressen, genießt den Sommer und macht Pause von Deutschland und allen anderen Unfreundlichkeiten.

Copa Augusta - Antirassistisches Fußballturnier

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Am 17. Juli 2010 veranstaltet Augusta Unida das zweite „Copa Augusta Antiracista“ Fußballturnier im Kulturpark West. Beginn ist um 11.00 Uhr und gespielt wird bis 18.00 Uhr. Es haben sich inzwischen 14 bunt gemischte Mannschaften angemeldet. Von FCA Fanclubs bis hin zu einer Flüchtlingsmannschaft. Neben dem Turnier wird es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Musik, Veganen Burgern, Kicker, Filmvorführungen etc. geben. Im Anschluss an das Turnier wird dieses Jahr zum ersten Mal das „Copa In Concert“ stattfinden. Die Location dafür ist der „Gaskessel“ in Augsburg/Oberhausen.

Bands:
- HEALOSOPHY (Roots/Reggae aus Augsburg)
- SCRUMBLERS (Punk/Ska aus Augsburg)
- REDSKA (Ska/Punk aus Italien)

Einlass ist um 19.00 Uhr, Beginn um 20.00 Uhr.

Unplugged Konzert am kommenden Freitag

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Live and Unplugged am Freitag, 09/07/10 in der Bäckerei: FRESSEN (Pop-Punk/Augsburg) und GNADENKAPELLE HÖGES GOLD (Bier-Polka/Augsburg).

Ballonfabrik - neuer selbstverwalteter Veranstaltungsort in Augsburg

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Ab Oktober gibt es in den Räumen der ehemaligen Ballonfabrik in der Austraße (nähe Rockfabrik) einen neuen für alle offenen Konzert- und Veranstaltungsraum:

Dazu der Verein AWAKA e.V.:

“Wir sind im Aufbruch und wollen einen neuen Veranstaltungsort für die Augsburger Musik- und Kulturszene etablieren - ein soziales Kulturzentrum, kurz: die „Ballonfabrik“ in Augsburg-Oberhausen.

In den Räumen der alten Fabrik steht deshalb ab Oktober 2010 ein für alle offener Konzert- und Veranstaltungsraum zur Verfügung. Diese Plattform sehen wir als Chance, die immer noch lebendige, aber mangels geeigneter Veranstaltungsorte zersplitterte Augsburger Musik- und Kulturszene wieder zusammenzuführen und ihr Potential neu aufleben zu lassen. Dabei geht es uns nicht um Profit, sondern um eine selbstverwaltete Kulturstätte, die auf Eigeninitiative und Partizipation baut – frei von Homophobie, Rassismus und Sexismus!”


http://www.myspace.com/ballonfabrikaugsburg

GEGEN DEN NAZIAUFMARSCH AM 8. MAI IN MÜNCHEN

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8. Mai: Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus.
Gegen den Naziaufmarsch am 8. Mai in München!

Demo: 14:30 Rindermarkt (nahe Marieplatz)
Ab 16 Uhr U-Bahnstation Fürstenried West (U3)

Mehr unter http://8mai10.blogsport.de/

Flüchtlinge demonstrieren für Menschenrechte und Gleichheit – Abschaffung der Lager!

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Folgenden Aufruf hat uns die Flüchtlingsinitiative Augsburg mit der Bitte um Veröffentlichung zugeschickt:

Seit mehr als zwei Monaten haben über 200 Flüchtlinge in zehn bayerischen Lagern für ihre Menschenwürde gestreikt. Von einem Hungerstreik gingen sie zum Boykott der Essenspakete über, die ihnen von denen Ausländerbehörden verordnet werden. Zuletzt haben sich auch in Augsburg zahlreiche Flüchtlinge angeschlossen, aus den Lagern Neusäßer Straße/Flakkaserne, Calmbergstraße/ Hindenburgkaserne und Schülestraße.

Nachdem sich die Notversorgung der streikenden Flüchtlinge aus Spenden nicht mehr aufrechterhalten ließ, unterbrachen die Flüchtlinge ihren Essenspaketeboykott am 13. April bayernweit. Der Aufruhr geht aber weiter, denn die Forderungen der Flüchtlinge sind nach wie vor nicht erfüllt:

- Bargeld statt Essenpakete.

- Das Recht auf freie Wahl der Unterbringung und die Aufhebung der Lagerpflicht.

- Das Recht sich unabhängig von restriktiv vergebenen Arbeitserlaubnissen Arbeit suchen zu dürfen.

- Das Recht der Bewegungsfreiheit auch außerhalb des Landkreises und Regierungsbezirks, dem sie zugewiesen wurden.

- Einen respektvollen Umgang der deutschen Behörden mit den hier lebenden MigrantInnen.

Aus diesen Gründen demonstrieren die Flüchtlinge und ihre FreundInnen und UnterstützerInnen am Samstag 24. April in Augsburg: 12 Uhr Königsplatz, Kundgebung und Umzug über das Stadttheater zum Rathausplatz.

Bereits im Oktober 2006 haben die Flüchtlinge in Augsburg eine große Protestaktion durchgeführt und ihre Forderungen vorgetragen. Seitdem ist so gut wie nichts passiert, die Lage ist inzwischen unerträglich geworden.

Deshalb wollen sich die Flüchtlinge auch an der 1. Mai-Demonstration des DGB in Augsburg beteiligen und für ihre Forderungen eintreten. Am 4. Mai abends wird in München eine zentrale Demonstration für Bayern durchgeführt. Am 6. Mai tagt der Sozialausschuss des bayerischen Landtags erneut zu diesen Themen. Dort soll und muss eine Entscheidung fallen gegen die restriktive Asylpolitik Bayerns, mit der die Flüchtlinge, die eigentlich unsere Hilfe benötigen, kriminalisiert, vollkommen entmündigt und dauerhaft überwacht werden.

Bye, bye Multikulti - Es lebe Multikulti

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Ob Streit über den Bau von Moscheen, Kopftuchzwang oder Zwangsverheiratung, die Diskussion über die multikulturelle Gesellschaft ist in vollem Gange. Thilo Sarrazin, Mitglied im Vorstand der Bundesbank und in der SPD, sieht sich von MigrantInnen bedroht, die „jede Menge kleiner Kopftuchmädchen produzieren“. Umgekehrt plädieren Teile der Nazi-Szene für die multikulturelle Gesellschaft, während Oskar Lafontaine „Schnittmengen zwischen dem Islam und der Linken“ sieht. Pro Asyl ruft Kritiker des Islamismus mit dem bei iranischen Mullahs entlehnten Kampfbegriff der „Islamophobie“ zur Ordnung.

Keine falsche Toleranz

Oft sind es Menschen, die sich als links und antirassistisch verstehen oder in der Flüchtlingsarbeit tätig sind, die es als Ausdruck von „Solidarität“ betrachten, wenn sie die in den Herkunftsländern herrschenden Kollektivzwänge wie etwa Zwangsverheiratung oder Schleierpflicht unkritisiert lassen. „Die haben halt eine andere Kultur…“, heißt es dann.

Diese Toleranz ist falsch und bringt einen Rassismus mit antirassistischem Anstrich hervor, sagt die „Aktion 3.Welt Saar“. Warum das so ist und wie ein emanzipatorischer Multikulturalismus aussehen könnte, diskutiert Klaus Blees am

30. April, 19:00 Uhr

Die „Aktion 3.Welt Saar“ strebt eine Welt an, in der jeder Mensch frei von Armut, Existenznot und Unterdrückung nach seinen Vorstellungen leben kann. Zentrales Ziel ist deshalb soziale Gerechtigkeit und ein gleichberechtigter Zugriff auf die materiellen und kulturellen Ressourcen einer Gesellschaft. Weil sie sich nicht anmaßt, andere zu entwickeln, hat sie kein Projekt in der so genannten 3. Welt. Ihr Projektgebiet heißt Deutschland. Sie ist im Saarland ansässig, arbeitet aber bundesweit.

Klaus Blees ist Mitarbeiter im Kompetenzzentrum Islamismus der „Aktion 3.Welt Saar“ und Mitverfasser von deren Flugschrift „Bye, bye Multikulti – Es lebe Multikulti“. Er war Mitinitiator der Kritischen Islamkonferenz 2008 in Köln und hat sich in Vorträgen und Artikeln, u.a. in Konkret und Jungle World, mit Islampolitik und den Vorwürfen der „Islamophobie“ und des „antimuslimischen Rassismus“ beschäftigt, denen sich IslamkritikerInnen ausgesetzt sehen.

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GegenStandpunkt

Vortrag und Diskussion

am Donnerstag , den 03. Dezember, 19.30 Uhr

in der »Ganzen Bäckerei« (Kulturladen in Selbstverwaltung), Reitmayrgäßchen 4 (Jakobervorstadt-Nord)

Das bedingungslose Grundeinkommen - der 1000. Versuch, den Kapitalismus halt- und aushaltbar zu machen

Der Unternehmer Götz Werner hat sich über seine Ladenkette »dm« hinaus ganz grundsätzliche Gedanken zum Kapitalismus gemacht. Er kam auf die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens,
das mittlerweile von vielen Parteien und Organisationen in der ein oder anderen Form aufgegriffen worden ist. Manche haben es im unternehmerischen Sinne richtig verstanden,
andere machen sich ihre proletarischen Illusionen darüber. Und so passen beide auch wieder zusammen:
Es bringt den Kapitalismus - bei Umsetzung - ein Stück voran, ohne daß jemand seinen Glauben an ihn verlieren muß.
Und der Staat spart auch noch: an seiner »Verwaltungsbürokratie«.

Referent: Michael Horn (Redaktion GegenStandpunkt)

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